Kirchenmusikerin/ Kirchenmusiker

Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker verkünden das Evangelium mit Musik. Sie fördern das Singen der Gemeinde und leiten Kinder-, Jugend-, Erwachsenenchöre sowie Instrumentalgruppen. Sie spielen Orgel und andere Instrumente und fördern den kirchenmusikalischen Nachwuchs. Neben der Mitverantwortung für die Gestaltung der Gottesdienste planen sie auch kirchenmusikalische Veranstaltungen und Konzerte im Rahmen des Kirchenjahres mit den dazugehörigen Probeneinheiten. Zu den Einzelprojekten können Probenwochenenden oder Singwochen für Kinder und Erwachsene gehören, die als Bildungsmaßnahmen oder Freizeiten gestaltet sind. Kirchenmusik kann vielfältig sein: möglich sind die Pflege stilistisch unterschiedlicher Traditionen, oder das Neue Geistliche Lied, bis hin zur Einbringung neuer, kreativer Musikprojekte. Die Arbeit geschieht in Absprache und im engen Kontakt mit Pfarrer/innen und Mitarbeitenden einer Kirchgemeinde, eines Kirchspiels oder Kirchenbezirkes.

Ausbildung: Für die Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Kirchenmusik der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens in Dresden oder dem Kirchenmusikalischen Institut in Leipzig sind das Abitur und eine gute musikalische Vorbildung, einschließlich Orgelspiel, Voraussetzung. Für die Vorbereitung förderlich ist eine kirchenmusikalische Grundausbildung mit Leistungsprobe (D) oder eine nebenberufliche kirchenmusikalische Ausbildung (C). Das Studium dauert vier bis sechs Jahre.

Erfahrungen

Ich gehöre zu den Menschen, denen Kirchenmusik als junger Mensch eine Heimat gegeben hat, ohne, dass ich familiär bedingt damit aufgewachsen wäre.

Als Kirchenmusikerin habe ich ständig mit Menschen aller Couleur zu tun. Genauso bunt ist unsere Musiklandschaft. Die Musik verbindet uns und führt unsere Begabungen und Lebenseinstellungen zusammen. Dass sie dabei auch noch viele Zuhörer erreicht und beglückt, ist jedes Mal wieder ein Geschenk für alle Mitwirkenden, egal ob klein oder groß.

Eine Aufführung im Gottesdienst oder Konzert hat immer einen eigenen Zauber. Die Bausteine für diese Momente zusammenzustellen und vorzubereiten ist eine große Freude!

Ulrike Pippel, Kinder- und Jugendkantorin in Leipzig

Nicht immer verlaufen Ausbildungswege geradlinig. Das beste Beispiel dafür liefere ich selbst. Den Traum mein Hobby „Posaune“ zum Beruf zu machen, hatte ich spätestens mit dem Beginn meines Verkehrsingenieurstudiums an den Nagel gehängt. Dass mich das nicht wirklich erfüllen würde, war allerdings schnell klar. Ohne Musik ging es einfach nicht! Nach langen Vorbereitungen (Orgel- und Klavierunterricht, D-Ausbildung) war ich bereit für das Kirchenmusikstudium in Dresden und wurde an der KIMU aufgenommen. Die Vielseitigkeit des Studiums ermöglichte mir auch eine Vertiefung meiner Fähigkeiten im Bereich Bläserchorleitung, Jungbläserausbildung und an der Posaune selbst. Mit diesem „blechernen“ Schwerpunkt meiner Ausbildung konnte ich mir eine Bewerbung auf die damals ausgeschriebene Landesposaunenwartstelle nicht entgehen lassen. Nach einigen Umwegen wurde im Mai 2019 mein größter Wunsch doch noch wahr: Meine Arbeit als Landesposaunenwart der Sächsischen Posaunenmission e.V. erfüllt mich seitdem jeden Tag mit Kraft und Freude! Die missionarische Arbeit, die Unterstützung von Posaunenchören und die tolle Bläsergemeinschaft empfinde ich als größte Aufgabe aber auch größtes Geschenk meines Dienstes.

Tommy Schab, Landesposaunenwart

In meinem Alltag als Kirchenmusikerin gibt es im wahrsten Sinne keine „Eintönigkeit“. Jeder Tag hat seine besonderen Herausforderungen und erfordert Kreativität. Die Musik steht dabei im Vordergrund. Die musikalischen Stilrichtungen sind frei wählbar und so vielfältig und bunt wie die Menschen in den Chören und Instrumentalgruppen, mit denen ich arbeite. Aber auch auf der Orgel habe ich die Möglichkeit, die ganze Bandbreite von Kompositionen aller Epochen zu Gehör zu bringen. 

Ich erlebe immer wieder: Die Musik öffnet Herzen, kann Zugang zum Glauben oder Ausdruck des Glaubens sein aber auch einfach nur Lebensfreude ausstrahlen.

Elke Voigt, Kirchenmusikerin im Kirchspiel Dresden-Neustadt

Als Kirchenmusiker können wir ein Bindeglied in der Gesellschaft sein. Dabei verstehe ich es als große Chance, die vielen Schnittpunkte zwischen Kirchgemeinde, Rathaus, Schulen und kulturellen Einrichtungen nutzen zu können. Der Gestaltungsraum im ländlichen Raum ist hier wirklich immens.

Mit dem noch jungen Doppelstudiengang „Kirchenmusik + Schulmusik mit Hauptfach Orgel“ erhielt ich in Dresden eine wunderbar vielseitige und zugleich tiefgründige Ausbildung, für die ich sehr dankbar bin. Direkt im Anschluss standen meine ersten beiden Berufsjahre ganz im Zeichen des Aufbaus und Wachstums. Hier erfüllt es einem mit großer Freude und Dankbarkeit, wenn fast jeder ausgestreute Samen auf fruchtbaren Boden fällt: Von neuen Kinder-und Jugendchor, dem „1. Augustusburger Musiksommer“ bis hin zur Gründung der „Jungen Philharmonie Augustusburg“.

Pascal Kaufmann, Kirchenmusiker in der Kirchgemeinde St. Petri Augustusburg, Lehrer am Gymnasium Augustusburg und freischaffender Konzertorganist

Als Musiker kann ich alte Lieder entdecken und neue Musik wagen. Ich kann solistisch tätig sein und habe Verantwortung für die Menschen, mit denen ich gemeinsam musiziere. Als Pädagoge öffne ich Türen zum Verstehen von Musik: Im Einzelunterricht, im Kinderchor, bei einer Jugendband oder in der Kantorei. Und ich will den Menschen Gottes frohe Botschaft zu singen. Deshalb bin ich Kirchenmusiker. Was für ein wunderbarer Beruf! Manch einer behauptet, es sei sogar der Schönste …

Carsten Hauptmann, Kirchenmusiker – derzeit Referent für Jugend- und Popularmusik im Landesjugendpfarramt Sachsens